Formel · Personal & Entgelt

Akkordlohn

Beim Akkordlohn richtet sich der Verdienst nach der erbrachten Menge statt nach der Arbeitszeit; berechnet wird er als Geldakkord (Menge × Stückgeldsatz) oder als Zeitakkord (Menge × Vorgabezeit × Minutenfaktor).

Formel

Geldakkord = Menge × Stückgeldsatz; Zeitakkord = Menge × Vorgabezeit × Minutenfaktor

Stückgeldsatz = Vorgabezeit × Minutenfaktor (Akkordrichtsatz) — beide Wege ergeben denselben Lohn.

  • Lernfeld 12 · 3. Jahr
  • Prüfung: Teil 2

Akkordlohn berechnen: Beispiel und Rechner

Beispiel — gegeben: Tariflicher Grundlohn 16 €/Std, Akkordzuschlag 25 %, Vorgabezeit je Stück 4 Min, Gefertigte Menge 150 Stück, Tatsächliche Arbeitszeit 8 Std.

Rechenweg

  1. Akkordrichtsatz: 16,00 € + 25 % = 20,00 € je Std
  2. Minutenfaktor: 20,00 € ÷ 60 = 0,3333 € je Min
  3. Vorgabeminuten: 150 Stück × 4 Min = 600 Min
  4. Zeitakkord: 600 Min × 0,3333 € = 200,00 €
  5. Geldakkord (Kontrolle): Stückgeldsatz 4 Min × 0,3333 € = 1,3333 € → 150 × 1,3333 € = 200,00 €
  6. Stundenverdienst: 200,00 € ÷ 8 Std = 25,00 €
  7. Leistungsgrad: 600 Vorgabeminuten ÷ 480 Ist-Minuten × 100 = 125 %

Ergebnis Akkordlohn = 200,00 €

Typische Fehler bei Akkordlohn

  • Den Akkordzuschlag vergessen: Der Akkordrichtsatz ist Grundlohn plus Zuschlag, erst daraus folgt der Minutenfaktor (÷ 60).
  • Vorgabezeit und tatsächlich benötigte Zeit verwechseln — bezahlt wird nach Vorgabezeit.
  • Den Minutenfaktor zu früh auf zwei Stellen runden — das verfälscht den Lohn bei großen Mengen.

Wo Akkordlohn in der Prüfung vorkommt

Die Formel gehört zu Lernfeld 12: Personalprozesse planen, steuern und kontrollieren. Personalbedarf planen, Personal beschaffen und entwickeln sowie die Entgeltabrechnung verstehen.

In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 12 (Teil 2). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: AP2 · Marketing, Vertrieb & Personal · Wirtschafts- & Sozialkunde.

Die Begriffe dazu

Entgeltformen im Überblick
Zeitlohn: nach geleisteter Zeit, unabhängig von Leistung. Akkordlohn: pro produzierter Einheit, Leistungsanreiz hoch. Prämienlohn: Grundlohn + Prämie für Mehr-/Qualitätsleistung. Tantieme: Gewinnbeteiligung für Führungskräfte. Gehalt: monatlich gleichbleibendes Entgelt (Angestellte).
Personalentwicklung — vier Hauptmaßnahmen
Schulung (Wissen vermitteln), Training (Skills üben), Coaching (individuelle Begleitung), Job-Rotation (verschiedene Stationen kennenlernen). Ziel: Mitarbeiterpotenziale aktivieren und langfristig binden.
Kündigungsfristen § 622 BGB — Staffelung
Grundfrist: 4 Wochen zum 15. oder zum Monatsende — für Arbeitnehmer gilt immer diese. Arbeitgeber-Fristen steigen mit der Betriebszugehörigkeit: 2 J = 1 Mo, 5 J = 2 Mo, 8 J = 3 Mo, 10 J = 4 Mo, 12 J = 5 Mo, 15 J = 6 Mo, 20 J = 7 Mo, jeweils zum Monatsende. Probezeit: 2 Wochen, taggenau ohne festen Termin.
Kündigung in der Probezeit
Während der vereinbarten Probezeit (max. 6 Monate Arbeitsvertrag, max. 4 Monate BBiG) gilt eine Kündigungsfrist von 2 Wochen ohne Bindung an Monatsende. Kein Grund anzugeben. Beim BBiG sogar fristlos möglich.
Kündigungsarten nach KSchG
Personenbedingt: dauerhafte Krankheit, fehlende Eignung. Verhaltensbedingt: Pflichtverletzung — Abmahnung erforderlich. Betriebsbedingt: wirtschaftliche Gründe — Sozialauswahl erforderlich. Außerordentliche Kündigung: wichtiger Grund, fristlos, 2-Wochen-Erklärungsfrist.

Damit üben

Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 27 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:

  • Personalbedarfsplanung quantitativ herleitenOffen · Mittel
  • Pflichtinhalte eines Arbeitsvertrages nach NachwGMultiple Choice · Leicht
  • Brutto-Netto-Berechnung mit Steuerklasse IIIRechnung · Schwer
  • Tarifvertragsrecht: Friedenspflicht und StreikvoraussetzungenOffen · Schwer
  • Tarifvertrag und Arbeitsvertrag abgrenzenMultiple Choice · Leicht
  • Rechte und Pflichten Auszubildender nach BBiGMultiple Choice · Leicht
  • Sozialversicherung — die fünf ZweigeMultiple Choice · Mittel
  • Kündigungsarten unterscheiden (betrieblich/personenbedingt)Multiple Choice · Mittel

Verwandte Formeln

Häufige Fragen

Wie lautet die Formel für Akkordlohn?

Akkordlohn: Geldakkord = Menge × Stückgeldsatz; Zeitakkord = Menge × Vorgabezeit × Minutenfaktor — Stückgeldsatz = Vorgabezeit × Minutenfaktor (Akkordrichtsatz) — beide Wege ergeben denselben Lohn.

Wie sieht ein Rechenbeispiel für Akkordlohn aus?

Gegeben: Tariflicher Grundlohn 16 €/Std, Akkordzuschlag 25 %, Vorgabezeit je Stück 4 Min, Gefertigte Menge 150 Stück, Tatsächliche Arbeitszeit 8 Std. Rechenweg: Akkordrichtsatz: 16,00 € + 25 % = 20,00 € je Std; Minutenfaktor: 20,00 € ÷ 60 = 0,3333 € je Min; Vorgabeminuten: 150 Stück × 4 Min = 600 Min; Zeitakkord: 600 Min × 0,3333 € = 200,00 €; Geldakkord (Kontrolle): Stückgeldsatz 4 Min × 0,3333 € = 1,3333 € → 150 × 1,3333 € = 200,00 €; Stundenverdienst: 200,00 € ÷ 8 Std = 25,00 €; Leistungsgrad: 600 Vorgabeminuten ÷ 480 Ist-Minuten × 100 = 125 %. Ergebnis: Akkordlohn = 200,00 €.

Welche Fehler passieren bei Akkordlohn häufig?

Den Akkordzuschlag vergessen: Der Akkordrichtsatz ist Grundlohn plus Zuschlag, erst daraus folgt der Minutenfaktor (÷ 60). Vorgabezeit und tatsächlich benötigte Zeit verwechseln — bezahlt wird nach Vorgabezeit. Den Minutenfaktor zu früh auf zwei Stellen runden — das verfälscht den Lohn bei großen Mengen.

Was ist der Unterschied zwischen Geldakkord und Zeitakkord?

Beim Geldakkord wird je Stück ein fester Geldbetrag (Stückgeldsatz) bezahlt, beim Zeitakkord eine feste Vorgabezeit je Stück, die mit dem Minutenfaktor bewertet wird. Weil der Stückgeldsatz gleich Vorgabezeit × Minutenfaktor ist, ergeben beide Wege denselben Lohn.

Wie berechnet man den Leistungsgrad beim Akkord?

Leistungsgrad = Vorgabezeit insgesamt ÷ tatsächlich benötigte Zeit × 100. Ein Wert über 100 % heißt: Die Arbeit wurde schneller erledigt als vorgegeben, der Stundenverdienst liegt über dem Akkordrichtsatz.

In welchem Lernfeld kommt Akkordlohn vor?

Die Formel gehört zu Lernfeld 12 „Personalprozesse planen, steuern und kontrollieren“ (3. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2).

Welche Formeln gehören noch zu Personal & Entgelt?

Zum Bereich Personal & Entgelt zählen außerdem: Personalbedarf (brutto/netto), Nettoentgelt, Fluktuationsquote.

Rechnen statt nachschlagen

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