Formel · Rechnungswesen & Bilanzkennzahlen

Eigenkapitalrentabilität

Die Eigenkapitalrentabilität gibt an, mit wie viel Prozent sich das eingesetzte Eigenkapital in einem Jahr verzinst hat.

Formel

Jahresüberschuss ÷ Eigenkapital × 100

Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals.

  • Lernfeld 5 · 1. Jahr
  • Lernfeld 10 · 3. Jahr
  • Prüfung: Teil 1

Eigenkapitalrentabilität berechnen: Beispiel und Rechner

Beispiel — gegeben: Jahresüberschuss 180.000,00 €, Eigenkapital 1.200.000,00 €.

Rechenweg

  1. 180.000,00 € ÷ 1.200.000,00 € × 100 = 15 %

Ergebnis Eigenkapitalrentabilität = 15 %

Typische Fehler bei Eigenkapitalrentabilität

  • Durch das Gesamtkapital statt durch das Eigenkapital teilen.
  • Fremdkapitalzinsen addieren — das gehört nur zur Gesamtkapitalrentabilität.
  • Nicht prüfen, ob mit dem durchschnittlichen Eigenkapital gerechnet werden soll, wenn die Aufgabe Anfangs- und Schlussbestand nennt.

Wann ist der Wert gut?

Einen festen Richtwert gibt es nicht. Als Maßstab dient meist der Zins einer risikoarmen Geldanlage: Die Eigenkapitalrentabilität sollte deutlich darüber liegen, weil die Eigentümer ein unternehmerisches Risiko tragen (Risikoprämie). Aussagekräftig ist außerdem der Vergleich mit Vorjahren und Unternehmen derselben Branche.

Wo Eigenkapitalrentabilität in der Prüfung vorkommt

Die Formel gehört zu Lernfeld 5: Wertströme buchhalterisch dokumentieren und auswerten und Lernfeld 10: Jahresabschluss vorbereiten, auswerten und für Finanzierungsentscheidungen nutzen. Geschäftsfälle buchhalterisch erfassen, Belege bearbeiten und die laufende Buchführung führen.

In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 5 (Teil 1) und Lernfeld 10 (Teil 2). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Abschlussprüfung Teil 1 · AP2 · Kaufm. Steuerung & Kontrolle.

Die Begriffe dazu

Cash-to-Cash-Cycle (Geldumschlag)
Zeit zwischen Geldabfluss (Materialeinkauf) und Geldzufluss (Kundenzahlung). Formel: DSI (Lagerdauer) + DSO (Forderungslaufzeit) − DPO (Lieferantenzahlungszeit). Kürzer = besser, weniger Working Capital gebunden.
Working Capital — Definition
Working Capital = Umlaufvermögen − kurzfristige Verbindlichkeiten. Misst die kurzfristige Finanzkraft. Positives WC = Liquiditätspuffer. Working-Capital-Management ist Kernaufgabe des Controllings.
FIFO vs. LIFO bei steigenden Preisen
FIFO: Endbestand wird zu den jüngsten (höheren) Preisen bewertet → höherer Endbestand → höherer Gewinn → mehr Steuer. LIFO: alte (niedrige) Preise → niedrigerer Endbestand → niedrigerer Gewinn → weniger Steuer.
Bestandteile des Jahresabschlusses
Bilanz: Gegenüberstellung Vermögen (Aktiva) und Kapital/Schulden (Passiva). GuV: Erträge − Aufwendungen = Jahresüberschuss oder -fehlbetrag. Anhang und Lagebericht: für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften Pflicht.
Kapitalwertmethode
KW = Summe (Einzahlungsüberschüsse / (1+i)^t) − Anschaffungsauszahlung. KW > 0: Investition lohnt (Rendite > Kalkulationszins). KW = 0: genau Kalkulationszins erwirtschaftet. KW < 0: nicht empfehlenswert. Vorteil: berücksichtigt Zeitwert des Geldes.

Damit üben

Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 33 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:

  • Vorratsbewertung nach dem FIFO-VerfahrenRechnung · Mittel
  • Skonto: Bareinkaufspreis und EffektivzinssatzRechnung · Mittel
  • Pflichtangaben einer Rechnung nach UStGMultiple Choice · Leicht
  • Kontierung Eingangsrechnung mit VorsteuerMultiple Choice · Mittel
  • Aufbewahrungsfristen für Rechnungen bestimmenMultiple Choice · Leicht
  • Bilanzveränderung beim Zielkauf richtig zuordnenMultiple Choice · Mittel
  • Inventurverfahren — Stichtag, permanent, StichprobenMultiple Choice · Mittel
  • Buchungssatz: Wareneingang mit SkontoOffen · Mittel

Verwandte Formeln

Häufige Fragen

Wie lautet die Formel für Eigenkapitalrentabilität?

Eigenkapitalrentabilität: Jahresüberschuss ÷ Eigenkapital × 100 — Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals.

Wie sieht ein Rechenbeispiel für Eigenkapitalrentabilität aus?

Gegeben: Jahresüberschuss 180.000,00 €, Eigenkapital 1.200.000,00 €. Rechenweg: 180.000,00 € ÷ 1.200.000,00 € × 100 = 15 %. Ergebnis: Eigenkapitalrentabilität = 15 %.

Welche Eigenkapitalrentabilität ist gut?

Einen festen Richtwert gibt es nicht. Als Maßstab dient meist der Zins einer risikoarmen Geldanlage: Die Eigenkapitalrentabilität sollte deutlich darüber liegen, weil die Eigentümer ein unternehmerisches Risiko tragen (Risikoprämie). Aussagekräftig ist außerdem der Vergleich mit Vorjahren und Unternehmen derselben Branche.

Welche Fehler passieren bei Eigenkapitalrentabilität häufig?

Durch das Gesamtkapital statt durch das Eigenkapital teilen. Fremdkapitalzinsen addieren — das gehört nur zur Gesamtkapitalrentabilität. Nicht prüfen, ob mit dem durchschnittlichen Eigenkapital gerechnet werden soll, wenn die Aufgabe Anfangs- und Schlussbestand nennt.

In welchem Lernfeld kommt Eigenkapitalrentabilität vor?

Die Formel gehört zu Lernfeld 5 „Wertströme buchhalterisch dokumentieren und auswerten“ (1. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 1) und Lernfeld 10 „Jahresabschluss vorbereiten, auswerten und für Finanzierungsentscheidungen nutzen“ (3. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2).

Welche Formeln gehören noch zu Rechnungswesen & Bilanzkennzahlen?

Zum Bereich Rechnungswesen & Bilanzkennzahlen zählen außerdem: Lineare Abschreibung (AfA), Anschaffungskosten (§ 255 HGB), Eigenkapitalquote, Gesamtkapitalrentabilität, Liquidität 2. Grades, Cashflow (indirekt, vereinfacht), Verschuldungsgrad, Anlagendeckungsgrad II (goldene Bilanzregel), Umsatzrentabilität, Return on Investment (ROI).

Rechnen statt nachschlagen

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