Formel · Kosten- & Leistungsrechnung
Kostenüber-/-unterdeckung
Die Kostenüber- oder -unterdeckung ist die Differenz zwischen den mit Normalzuschlägen verrechneten Kosten und den tatsächlich angefallenen Istkosten.
verrechnete Normalkosten − Istkosten
Positiv = Überdeckung (verrechnet > Ist), negativ = Unterdeckung.
Kostenüber-/-unterdeckung berechnen: Beispiel und Rechner
Beispiel — gegeben: Verrechnete Normalkosten 48.000,00 €, Istkosten 50.400,00 €.
Rechenweg
- 48.000,00 € − 50.400,00 € = −2.400,00 €
Ergebnis Kostenunterdeckung = 2.400,00 €
Negativ: Die tatsächlichen Kosten liegen über den verrechneten — die Kalkulation war zu niedrig.
Typische Fehler bei Kostenüber-/-unterdeckung
- Das Vorzeichen vertauschen: Gerechnet wird Normalkosten − Istkosten; positiv heißt Überdeckung.
- Eine Überdeckung als Gewinn deuten — sie zeigt nur, dass zu hoch kalkuliert wurde.
- Die Abweichung nur insgesamt ausrechnen, obwohl die Aufgabe sie je Kostenstelle (Material, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb) verlangt.
Wo Kostenüber-/-unterdeckung in der Prüfung vorkommt
Die Formel gehört zu Lernfeld 8: Kosten- und Leistungsrechnung zur Vorbereitung unternehmerischer Entscheidungen durchführen. Kosten erfassen, kalkulieren und mit der KLR unternehmerische Entscheidungen vorbereiten.
In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 8 (Teil 2). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: AP2 · Kaufm. Steuerung & Kontrolle.
Die Begriffe dazu
- Zuschlagskalkulation — die Stufen im Kopf
- MEK + MGK = Material. + FEK + FGK = Herstellkosten. + VVGK = Selbstkosten. + Gewinn = Barverkaufspreis. + Skonto = Zielverkaufspreis. + Rabatt = Listenverkaufspreis.
- Handelskalkulation — Vollständiges Schema
- Listeneinkaufspreis − Liefererrabatt = Zieleinkaufspreis − Liefererskonto = Bareinkaufspreis + Bezugskosten = Einstandspreis + Handlungskosten = Selbstkosten + Gewinn = Barverkaufspreis + Kundenskonto = Zielverkaufspreis + Kundenrabatt = Listenverkaufspreis.
- Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
- DB I = Erlöse − variable Kosten. DB II = DB I − fixe Produktionskosten. DB III = DB II − fixe Vertriebskosten. DB IV = DB III − fixe Verwaltungskosten = Betriebsergebnis. Vorteil: zeigt, welche Fixkostenblöcke jede Ebene trägt.
- Maschinenstundensatz — Formel und Bestandteile
- MSS = maschinenabhängige Gemeinkosten pro Jahr / Maschinenlaufstunden pro Jahr. Bestandteile: kalk. Abschreibung (AK/ND), kalk. Zinsen (AK/2 × Zinssatz), Raumkosten, Energie, Instandhaltung. IHK-Klassiker: Zinsen aufs HALBE Kapital.
- Rückwärtskalkulation — Schema vom Marktpreis
- Listenverkaufspreis − Kundenrabatt = Zielverkaufspreis → davon Skonto/Provision 'im Hundert' abziehen = Barverkaufspreis → Gewinn herausdividieren (÷ (1 + Gewinnsatz)) = maximale Selbstkosten. Zweck: Was darf das Produkt kosten (Target Costing)?
Damit üben
Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 16 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:
- Zuschlagskalkulation für ein neues Industrieprodukt
- Deckungsbeitrag und Break-even-Menge ermitteln
- Einzel- und Gemeinkosten korrekt trennen
- Break-even-Analyse mit Fixkostendegression
- Maschinenstundensatz aus dem BAB berechnen
- Selbstkosten des Umsatzes ermitteln (Ist-Basis)
- Fertigungsgemeinkosten im BAB richtig zuordnen
- Listenverkaufspreis aus Selbstkosten und Rabatt ermitteln
Verwandte Formeln
- Gemeinkostenzuschlagssatz
Gemeinkosten ÷ Zuschlagsbasis × 100 - Differenzierte Zuschlagskalkulation
MEK + MGK = MK; FEK + FGK = FK; MK + FK = HK; HK + VwGK + VtGK = SK - Deckungsbeitrag (Stück)
db = Verkaufspreis − variable Stückkosten - Break-even-Menge (Gewinnschwelle)
Fixkosten ÷ db - Maschinenstundensatz
maschinenabhängige Kosten ÷ Maschinenlaufzeit (Std) - Wirtschaftlichkeit
Ertrag ÷ Aufwand (bzw. Leistung ÷ Kosten) - Produktivität
Ausbringungsmenge ÷ Faktoreinsatz
Häufige Fragen
Wie lautet die Formel für Kostenüber-/-unterdeckung?
Kostenüber-/-unterdeckung: verrechnete Normalkosten − Istkosten — Positiv = Überdeckung (verrechnet > Ist), negativ = Unterdeckung.
Wie sieht ein Rechenbeispiel für Kostenüber-/-unterdeckung aus?
Gegeben: Verrechnete Normalkosten 48.000,00 €, Istkosten 50.400,00 €. Rechenweg: 48.000,00 € − 50.400,00 € = −2.400,00 €. Ergebnis: Kostenunterdeckung = 2.400,00 €.
Welche Fehler passieren bei Kostenüber-/-unterdeckung häufig?
Das Vorzeichen vertauschen: Gerechnet wird Normalkosten − Istkosten; positiv heißt Überdeckung. Eine Überdeckung als Gewinn deuten — sie zeigt nur, dass zu hoch kalkuliert wurde. Die Abweichung nur insgesamt ausrechnen, obwohl die Aufgabe sie je Kostenstelle (Material, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb) verlangt.
In welchem Lernfeld kommt Kostenüber-/-unterdeckung vor?
Die Formel gehört zu Lernfeld 8 „Kosten- und Leistungsrechnung zur Vorbereitung unternehmerischer Entscheidungen durchführen“ (2. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2).
Welche Formeln gehören noch zu Kosten- & Leistungsrechnung?
Zum Bereich Kosten- & Leistungsrechnung zählen außerdem: Deckungsbeitrag (Stück), Break-even-Menge (Gewinnschwelle), Gemeinkostenzuschlagssatz, Maschinenstundensatz, Wirtschaftlichkeit, Produktivität.
Rechnen statt nachschlagen
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