Formel · Kosten- & Leistungsrechnung
Maschinenstundensatz
Der Maschinenstundensatz gibt an, welche maschinenabhängigen Kosten eine Maschine je Laufstunde verursacht; er ersetzt in der Maschinenstundensatzrechnung einen Teil des pauschalen FGK-Zuschlags.
maschinenabhängige Kosten ÷ Maschinenlaufzeit (Std)
Maschinenabhängig: AfA, kalk. Zinsen, Energie, Instandhaltung, ggf. anteilige Raumkosten.
Maschinenstundensatz berechnen: Beispiel und Rechner
Beispiel — gegeben: Kalkulatorische Abschreibung pro Jahr 24.000,00 €, Kalkulatorische Zinsen pro Jahr 6.000,00 €, Energiekosten pro Jahr 9.600,00 €, Instandhaltung pro Jahr 4.400,00 €, Anteilige Raumkosten pro Jahr 2.000,00 €, Maschinenlaufzeit pro Jahr 1.600 Std.
Rechenweg
- Maschinenabhängige Kosten: 24.000,00 € + 6.000,00 € + 9.600,00 € + 4.400,00 € + 2.000,00 € = 46.000,00 €
- Maschinenstundensatz: 46.000,00 € ÷ 1.600 Std = 28,75 € je Std
Ergebnis Maschinenstundensatz = 28,75 € je Stunde
Typische Fehler bei Maschinenstundensatz
- Mit der technisch möglichen statt mit der geplanten tatsächlichen Laufzeit rechnen.
- Kalkulatorische Zinsen auf den vollen statt auf den halben Anschaffungs- bzw. Wiederbeschaffungswert berechnen.
- Maschinenunabhängige Kosten (z. B. Hilfslöhne) mit einrechnen — sie bleiben als Restgemeinkosten im FGK-Zuschlag.
Wo Maschinenstundensatz in der Prüfung vorkommt
Die Formel gehört zu Lernfeld 8: Kosten- und Leistungsrechnung zur Vorbereitung unternehmerischer Entscheidungen durchführen. Kosten erfassen, kalkulieren und mit der KLR unternehmerische Entscheidungen vorbereiten.
In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 8 (Teil 2). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: AP2 · Kaufm. Steuerung & Kontrolle.
Die Begriffe dazu
- Maschinenstundensatz — Formel und Bestandteile
- MSS = maschinenabhängige Gemeinkosten pro Jahr / Maschinenlaufstunden pro Jahr. Bestandteile: kalk. Abschreibung (AK/ND), kalk. Zinsen (AK/2 × Zinssatz), Raumkosten, Energie, Instandhaltung. IHK-Klassiker: Zinsen aufs HALBE Kapital.
- Handelskalkulation — Vollständiges Schema
- Listeneinkaufspreis − Liefererrabatt = Zieleinkaufspreis − Liefererskonto = Bareinkaufspreis + Bezugskosten = Einstandspreis + Handlungskosten = Selbstkosten + Gewinn = Barverkaufspreis + Kundenskonto = Zielverkaufspreis + Kundenrabatt = Listenverkaufspreis.
- Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
- DB I = Erlöse − variable Kosten. DB II = DB I − fixe Produktionskosten. DB III = DB II − fixe Vertriebskosten. DB IV = DB III − fixe Verwaltungskosten = Betriebsergebnis. Vorteil: zeigt, welche Fixkostenblöcke jede Ebene trägt.
- Rückwärtskalkulation — Schema vom Marktpreis
- Listenverkaufspreis − Kundenrabatt = Zielverkaufspreis → davon Skonto/Provision 'im Hundert' abziehen = Barverkaufspreis → Gewinn herausdividieren (÷ (1 + Gewinnsatz)) = maximale Selbstkosten. Zweck: Was darf das Produkt kosten (Target Costing)?
- Betriebsabrechnungsbogen (BAB) — Zweck
- Verteilt die Gemeinkosten verursachungsgerecht über Schlüssel (Fläche, Köpfe, Werte) auf Kostenstellen (Material, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb) und liefert daraus die Zuschlagssätze für die Kalkulation. Brücke von der Kostenarten- zur Kostenträgerrechnung.
Damit üben
Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 16 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:
- Zuschlagskalkulation für ein neues Industrieprodukt
- Deckungsbeitrag und Break-even-Menge ermitteln
- Einzel- und Gemeinkosten korrekt trennen
- Break-even-Analyse mit Fixkostendegression
- Maschinenstundensatz aus dem BAB berechnen
- Selbstkosten des Umsatzes ermitteln (Ist-Basis)
- Fertigungsgemeinkosten im BAB richtig zuordnen
- Listenverkaufspreis aus Selbstkosten und Rabatt ermitteln
Verwandte Formeln
- Gemeinkostenzuschlagssatz
Gemeinkosten ÷ Zuschlagsbasis × 100 - Lineare Abschreibung (AfA)
Anschaffungs-/Herstellungskosten ÷ Nutzungsdauer - Deckungsbeitrag (Stück)
db = Verkaufspreis − variable Stückkosten - Break-even-Menge (Gewinnschwelle)
Fixkosten ÷ db - Kostenüber-/-unterdeckung
verrechnete Normalkosten − Istkosten - Wirtschaftlichkeit
Ertrag ÷ Aufwand (bzw. Leistung ÷ Kosten) - Produktivität
Ausbringungsmenge ÷ Faktoreinsatz
Häufige Fragen
Wie lautet die Formel für Maschinenstundensatz?
Maschinenstundensatz: maschinenabhängige Kosten ÷ Maschinenlaufzeit (Std) — Maschinenabhängig: AfA, kalk. Zinsen, Energie, Instandhaltung, ggf. anteilige Raumkosten.
Wie sieht ein Rechenbeispiel für Maschinenstundensatz aus?
Gegeben: Kalkulatorische Abschreibung pro Jahr 24.000,00 €, Kalkulatorische Zinsen pro Jahr 6.000,00 €, Energiekosten pro Jahr 9.600,00 €, Instandhaltung pro Jahr 4.400,00 €, Anteilige Raumkosten pro Jahr 2.000,00 €, Maschinenlaufzeit pro Jahr 1.600 Std. Rechenweg: Maschinenabhängige Kosten: 24.000,00 € + 6.000,00 € + 9.600,00 € + 4.400,00 € + 2.000,00 € = 46.000,00 €; Maschinenstundensatz: 46.000,00 € ÷ 1.600 Std = 28,75 € je Std. Ergebnis: Maschinenstundensatz = 28,75 € je Stunde.
Welche Fehler passieren bei Maschinenstundensatz häufig?
Mit der technisch möglichen statt mit der geplanten tatsächlichen Laufzeit rechnen. Kalkulatorische Zinsen auf den vollen statt auf den halben Anschaffungs- bzw. Wiederbeschaffungswert berechnen. Maschinenunabhängige Kosten (z. B. Hilfslöhne) mit einrechnen — sie bleiben als Restgemeinkosten im FGK-Zuschlag.
In welchem Lernfeld kommt Maschinenstundensatz vor?
Die Formel gehört zu Lernfeld 8 „Kosten- und Leistungsrechnung zur Vorbereitung unternehmerischer Entscheidungen durchführen“ (2. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2).
Welche Formeln gehören noch zu Kosten- & Leistungsrechnung?
Zum Bereich Kosten- & Leistungsrechnung zählen außerdem: Deckungsbeitrag (Stück), Break-even-Menge (Gewinnschwelle), Gemeinkostenzuschlagssatz, Kostenüber-/-unterdeckung, Wirtschaftlichkeit, Produktivität.
Rechnen statt nachschlagen
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