Formel · Rechnungswesen & Bilanzkennzahlen

Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote gibt an, wie viel Prozent des Gesamtkapitals (der Bilanzsumme) ein Unternehmen aus eigenen Mitteln finanziert.

Formel

Eigenkapital ÷ Gesamtkapital × 100

Faustregel > 25–30 % = solide. Erhöht Krisenfestigkeit und Bonität.

  • Lernfeld 5 · 1. Jahr
  • Lernfeld 10 · 3. Jahr
  • Prüfung: Teil 1

Eigenkapitalquote berechnen: Beispiel und Rechner

Beispiel — gegeben: Eigenkapital 1.200.000,00 €, Gesamtkapital 4.000.000,00 €.

Rechenweg

  1. 1.200.000,00 € ÷ 4.000.000,00 € × 100 = 30 %

Ergebnis Eigenkapitalquote = 30 %

Der Wert liegt über der Lehrbuch-Faustregel von etwa 25–30 %.

Typische Fehler bei Eigenkapitalquote

  • Durch das Fremdkapital statt durch das Gesamtkapital teilen — das ist eine andere Kennzahl (der Kehrwert des Verschuldungsgrads).
  • Gesamtkapital und Anlagevermögen verwechseln: In den Nenner gehört die Bilanzsumme.
  • Die Quote ohne Branchenvergleich als gut oder schlecht bewerten.

Richtwert: Wann ist die Eigenkapitalquote gut?

Als Faustregel gilt eine Eigenkapitalquote ab etwa 25–30 % als solide. Das ist ein typischer Lehrbuch-Richtwert, keine gesetzliche Grenze: Wie viel Eigenkapital angemessen ist, hängt stark von der Branche ab — anlageintensive Industriebetriebe brauchen meist mehr als Handels- oder Dienstleistungsunternehmen. Eine höhere Quote macht das Unternehmen krisenfester und verbessert die Bonität bei Banken. Mehr Eigenkapital ist aber nicht automatisch besser: Liegt die Gesamtkapitalrentabilität über dem Fremdkapitalzins, kann zusätzliches Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität steigern (Leverage-Effekt).

Wo Eigenkapitalquote in der Prüfung vorkommt

Die Formel gehört zu Lernfeld 5: Wertströme buchhalterisch dokumentieren und auswerten und Lernfeld 10: Jahresabschluss vorbereiten, auswerten und für Finanzierungsentscheidungen nutzen. Geschäftsfälle buchhalterisch erfassen, Belege bearbeiten und die laufende Buchführung führen.

In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 5 (Teil 1) und Lernfeld 10 (Teil 2). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Abschlussprüfung Teil 1 · AP2 · Kaufm. Steuerung & Kontrolle.

Die Begriffe dazu

Eigenkapitalquote — Formel und Aussage
EK-Quote (%) = (Eigenkapital / Gesamtkapital) × 100. Gibt Auskunft über Unabhängigkeit und Krisenfestigkeit. Richtwert > 25-30 %. Höhere Quote = bessere Bonität, geringere Insolvenzgefahr.
Eigenkapitalquote & Verschuldungsgrad
EK-Quote = Eigenkapital / Bilanzsumme × 100 (Faustwert Industrie: > 30 % solide). Verschuldungsgrad = Fremdkapital / Eigenkapital × 100. Beide messen die Kapitalstruktur — hohe EK-Quote = Krisenpuffer und Kreditwürdigkeit.
Cash-to-Cash-Cycle (Geldumschlag)
Zeit zwischen Geldabfluss (Materialeinkauf) und Geldzufluss (Kundenzahlung). Formel: DSI (Lagerdauer) + DSO (Forderungslaufzeit) − DPO (Lieferantenzahlungszeit). Kürzer = besser, weniger Working Capital gebunden.
Working Capital — Definition
Working Capital = Umlaufvermögen − kurzfristige Verbindlichkeiten. Misst die kurzfristige Finanzkraft. Positives WC = Liquiditätspuffer. Working-Capital-Management ist Kernaufgabe des Controllings.
FIFO vs. LIFO bei steigenden Preisen
FIFO: Endbestand wird zu den jüngsten (höheren) Preisen bewertet → höherer Endbestand → höherer Gewinn → mehr Steuer. LIFO: alte (niedrige) Preise → niedrigerer Endbestand → niedrigerer Gewinn → weniger Steuer.

Damit üben

Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 33 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:

  • Vorratsbewertung nach dem FIFO-VerfahrenRechnung · Mittel
  • Skonto: Bareinkaufspreis und EffektivzinssatzRechnung · Mittel
  • Pflichtangaben einer Rechnung nach UStGMultiple Choice · Leicht
  • Kontierung Eingangsrechnung mit VorsteuerMultiple Choice · Mittel
  • Aufbewahrungsfristen für Rechnungen bestimmenMultiple Choice · Leicht
  • Bilanzveränderung beim Zielkauf richtig zuordnenMultiple Choice · Mittel
  • Inventurverfahren — Stichtag, permanent, StichprobenMultiple Choice · Mittel
  • Buchungssatz: Wareneingang mit SkontoOffen · Mittel

Verwandte Formeln

Häufige Fragen

Wie lautet die Formel für Eigenkapitalquote?

Eigenkapitalquote: Eigenkapital ÷ Gesamtkapital × 100 — Faustregel > 25–30 % = solide. Erhöht Krisenfestigkeit und Bonität.

Wie sieht ein Rechenbeispiel für Eigenkapitalquote aus?

Gegeben: Eigenkapital 1.200.000,00 €, Gesamtkapital 4.000.000,00 €. Rechenweg: 1.200.000,00 € ÷ 4.000.000,00 € × 100 = 30 %. Ergebnis: Eigenkapitalquote = 30 %.

Welcher Richtwert gilt für die Eigenkapitalquote?

Als Faustregel gilt eine Eigenkapitalquote ab etwa 25–30 % als solide. Das ist ein typischer Lehrbuch-Richtwert, keine gesetzliche Grenze: Wie viel Eigenkapital angemessen ist, hängt stark von der Branche ab — anlageintensive Industriebetriebe brauchen meist mehr als Handels- oder Dienstleistungsunternehmen. Eine höhere Quote macht das Unternehmen krisenfester und verbessert die Bonität bei Banken. Mehr Eigenkapital ist aber nicht automatisch besser: Liegt die Gesamtkapitalrentabilität über dem Fremdkapitalzins, kann zusätzliches Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität steigern (Leverage-Effekt).

Welche Fehler passieren bei Eigenkapitalquote häufig?

Durch das Fremdkapital statt durch das Gesamtkapital teilen — das ist eine andere Kennzahl (der Kehrwert des Verschuldungsgrads). Gesamtkapital und Anlagevermögen verwechseln: In den Nenner gehört die Bilanzsumme. Die Quote ohne Branchenvergleich als gut oder schlecht bewerten.

In welchem Lernfeld kommt Eigenkapitalquote vor?

Die Formel gehört zu Lernfeld 5 „Wertströme buchhalterisch dokumentieren und auswerten“ (1. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 1) und Lernfeld 10 „Jahresabschluss vorbereiten, auswerten und für Finanzierungsentscheidungen nutzen“ (3. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2).

Welche Formeln gehören noch zu Rechnungswesen & Bilanzkennzahlen?

Zum Bereich Rechnungswesen & Bilanzkennzahlen zählen außerdem: Lineare Abschreibung (AfA), Anschaffungskosten (§ 255 HGB), Eigenkapitalrentabilität, Gesamtkapitalrentabilität, Liquidität 2. Grades, Cashflow (indirekt, vereinfacht), Verschuldungsgrad, Anlagendeckungsgrad II (goldene Bilanzregel), Umsatzrentabilität, Return on Investment (ROI).

Rechnen statt nachschlagen

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