Formel · Rechnungswesen & Bilanzkennzahlen
Cashflow (indirekt, vereinfacht)
Der Cashflow zeigt, wie viel Geld ein Unternehmen in einem Jahr aus eigener Kraft erwirtschaftet hat; indirekt berechnet wird er aus dem Jahresüberschuss plus nicht zahlungswirksamen Aufwendungen wie Abschreibungen und der Erhöhung langfristiger Rückstellungen.
Jahresüberschuss + Abschreibungen + Erhöhung langfr. Rückstellungen
Zahlungsunwirksame Aufwendungen werden dem Gewinn wieder hinzugerechnet.
Cashflow berechnen: Beispiel und Rechner
Beispiel — gegeben: Jahresüberschuss 180.000,00 €, Abschreibungen 95.000,00 €, Erhöhung langfristiger Rückstellungen 15.000,00 €.
Rechenweg
- 180.000,00 € + 95.000,00 € + 15.000,00 € = 290.000,00 €
Ergebnis Cashflow = 290.000,00 €
Typische Fehler bei Cashflow
- Abschreibungen abziehen statt addieren — sie haben den Gewinn gemindert, aber kein Geld gekostet.
- Eine Minderung der langfristigen Rückstellungen addieren: Sinken sie, wird der Betrag abgezogen.
- Cashflow und Gewinn gleichsetzen.
Wo Cashflow in der Prüfung vorkommt
Die Formel gehört zu Lernfeld 5: Wertströme buchhalterisch dokumentieren und auswerten und Lernfeld 10: Jahresabschluss vorbereiten, auswerten und für Finanzierungsentscheidungen nutzen. Geschäftsfälle buchhalterisch erfassen, Belege bearbeiten und die laufende Buchführung führen.
In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 5 (Teil 1) und Lernfeld 10 (Teil 2). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Abschlussprüfung Teil 1 · AP2 · Kaufm. Steuerung & Kontrolle.
Die Begriffe dazu
- Cashflow — Definition und Aussage
- Cashflow = Jahresüberschuss + Abschreibungen + Veränderung Rückstellungen. Misst die Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens. Hoher CF → Investitionen und Schuldentilgung aus eigenen Mitteln möglich.
- Kapitalwertmethode
- KW = Summe (Einzahlungsüberschüsse / (1+i)^t) − Anschaffungsauszahlung. KW > 0: Investition lohnt (Rendite > Kalkulationszins). KW = 0: genau Kalkulationszins erwirtschaftet. KW < 0: nicht empfehlenswert. Vorteil: berücksichtigt Zeitwert des Geldes.
- Liquiditätsgrade (L1, L2, L3)
- L1 (Barliquidität): Zahlungsmittel / kurzfr. Verbindlichkeiten × 100, Richtwert ≥ 20 %. L2 (Einzugsliquidität): (ZM + Forderungen) / kfr. Verb., Richtwert ≥ 100 %. L3 (Umsatzliquidität): Umlaufvermögen / kfr. Verb., Richtwert ≥ 200 %.
- Finanzierungsarten — Überblick
- Eigenfinanzierung intern: Selbstfinanzierung (einbehaltener Gewinn), Abschreibungsrückflüsse. Eigenfinanzierung extern: Einlagen, Kapitalerhöhung. Fremdfinanzierung: kurzfristig (Kontokorrent, Lieferantenkredit), langfristig (Bankdarlehen, Anleihen).
- Bestandsveränderungen in der GuV (GKV)
- Gesamtkostenverfahren zeigt alle Periodenaufwendungen — auch für unverkaufte Stücke. Ausgleich über Position 'Bestandsveränderung': Bestandserhöhung wirkt wie Ertrag (+), Bestandsminderung wie Aufwand (−). Keine Umsatzerlöse!
Damit üben
Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 33 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:
- Vorratsbewertung nach dem FIFO-Verfahren
- Skonto: Bareinkaufspreis und Effektivzinssatz
- Pflichtangaben einer Rechnung nach UStG
- Kontierung Eingangsrechnung mit Vorsteuer
- Aufbewahrungsfristen für Rechnungen bestimmen
- Bilanzveränderung beim Zielkauf richtig zuordnen
- Inventurverfahren — Stichtag, permanent, Stichproben
- Buchungssatz: Wareneingang mit Skonto
Verwandte Formeln
- Lineare Abschreibung (AfA)
Anschaffungs-/Herstellungskosten ÷ Nutzungsdauer - Liquidität 2. Grades
(Zahlungsmittel + kurzfr. Forderungen) ÷ kurzfr. Verbindlichkeiten × 100 - Anschaffungskosten (§ 255 HGB)
Anschaffungspreis − Minderungen + Anschaffungsnebenkosten - Eigenkapitalquote
Eigenkapital ÷ Gesamtkapital × 100 - Eigenkapitalrentabilität
Jahresüberschuss ÷ Eigenkapital × 100 - Gesamtkapitalrentabilität
(Jahresüberschuss + Fremdkapitalzinsen) ÷ Gesamtkapital × 100 - Verschuldungsgrad
Fremdkapital ÷ Eigenkapital × 100 - Anlagendeckungsgrad II (goldene Bilanzregel)
(Eigenkapital + langfr. Fremdkapital) ÷ Anlagevermögen × 100
Häufige Fragen
Wie lautet die Formel für Cashflow?
Cashflow (indirekt, vereinfacht): Jahresüberschuss + Abschreibungen + Erhöhung langfr. Rückstellungen — Zahlungsunwirksame Aufwendungen werden dem Gewinn wieder hinzugerechnet.
Wie sieht ein Rechenbeispiel für Cashflow aus?
Gegeben: Jahresüberschuss 180.000,00 €, Abschreibungen 95.000,00 €, Erhöhung langfristiger Rückstellungen 15.000,00 €. Rechenweg: 180.000,00 € + 95.000,00 € + 15.000,00 € = 290.000,00 €. Ergebnis: Cashflow = 290.000,00 €.
Welche Fehler passieren bei Cashflow häufig?
Abschreibungen abziehen statt addieren — sie haben den Gewinn gemindert, aber kein Geld gekostet. Eine Minderung der langfristigen Rückstellungen addieren: Sinken sie, wird der Betrag abgezogen. Cashflow und Gewinn gleichsetzen.
In welchem Lernfeld kommt Cashflow vor?
Die Formel gehört zu Lernfeld 5 „Wertströme buchhalterisch dokumentieren und auswerten“ (1. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 1) und Lernfeld 10 „Jahresabschluss vorbereiten, auswerten und für Finanzierungsentscheidungen nutzen“ (3. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2).
Welche Formeln gehören noch zu Rechnungswesen & Bilanzkennzahlen?
Zum Bereich Rechnungswesen & Bilanzkennzahlen zählen außerdem: Lineare Abschreibung (AfA), Anschaffungskosten (§ 255 HGB), Eigenkapitalquote, Eigenkapitalrentabilität, Gesamtkapitalrentabilität, Liquidität 2. Grades, Verschuldungsgrad, Anlagendeckungsgrad II (goldene Bilanzregel), Umsatzrentabilität, Return on Investment (ROI).
Rechnen statt nachschlagen
Eine Formel zu kennen ist das eine, sie unter Zeitdruck richtig anzuwenden das andere. Im Industriekaufmann Trainer übst du genau das — mit Aufgaben im Prüfungsformat, Musterlösungen und Simulationen mit IHK-Punktelogik. Der Einstieg ist kostenlos.
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