Formel · Lager & Logistik
Durchschnittliche Lagerdauer
Die durchschnittliche Lagerdauer gibt an, wie viele Tage eine Ware im Schnitt auf Lager liegt, bevor sie verbraucht oder verkauft wird.
360 ÷ Lagerumschlagshäufigkeit
Tage, die Ware im Schnitt liegt.
Durchschnittliche Lagerdauer berechnen: Beispiel und Rechner
Beispiel — gegeben: Lagerumschlagshäufigkeit 6.
Rechenweg
- 360 Tage ÷ 6 = 60 Tage
Ergebnis Ø Lagerdauer = 60 Tage
Typische Fehler bei Durchschnittliche Lagerdauer
- Mit 365 statt 360 Tagen rechnen — in der kaufmännischen Rechnung hat das Jahr 360 Tage, wenn die Aufgabe nichts anderes sagt.
- Die Formel umdrehen (Umschlagshäufigkeit ÷ 360).
- Lagerdauer und Umschlagshäufigkeit als zwei unabhängige Befunde werten — sinkt die Lagerdauer, steigt die Umschlagshäufigkeit; beide sagen dasselbe.
Wo Durchschnittliche Lagerdauer in der Prüfung vorkommt
Die Formel gehört zu Lernfeld 7: Logistik- und Lagerprozesse koordinieren, umsetzen und überwachen. Lager- und Logistikprozesse organisieren, Bestände steuern und mit Kennzahlen überwachen.
In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 7 (Teil 1). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Abschlussprüfung Teil 1.
Die Begriffe dazu
- Lagerumschlag und durchschnittliche Lagerdauer
- Umschlagshäufigkeit = Wareneinsatz / Ø Lagerbestand. Durchschnittliche Lagerdauer = 360 / Umschlagshäufigkeit. Höherer Umschlag → geringere Kapitalbindung und Lagerkosten.
- Lagerumschlagshäufigkeit — Formel und Bedeutung
- Umschlagshäufigkeit = Wareneinsatz / Ø Lagerbestand. Eine hohe Zahl ist gut (Lager dreht schnell, weniger Kapital gebunden). Lagerdauer in Tagen = 360 / Umschlagshäufigkeit.
- Lagerfunktionen — die fünf Kernaufgaben
- Sicherung (Versorgung trotz Schwankungen), Überbrückung (zeitlicher Ausgleich Beschaffung↔Produktion↔Absatz), Spekulation (günstige Einkaufspreise nutzen), Veredelung (Reifung/Lagerung als Prozess), Umformung (anbruchsfreie/verkaufsfähige Mengen bilden).
- Kommissionierung — Mann-zur-Ware vs. Ware-zum-Mann
- Mann-zur-Ware: Mitarbeitende laufen mit Pickliste zu den Lagerplätzen — geringe Investition, hohe Wegzeiten. Ware-zum-Mann: Fördertechnik bringt Behälter zum Packplatz — hohe Pickleistung, hohe Investition. Wahl nach Durchsatz und Artikelspektrum.
- Ø Lagerbestand und Lagerzinsen — Formeln
- Ø Lagerbestand = (Anfangsbestand + Endbestand) / 2 — oder (AB + 12 Monatsendbestände) / 13. Ø Lagerwert = Ø Bestand × Einstandspreis. Lagerzinsen = Ø Lagerwert × Lagerzinssatz. IHK-Reflex: Lagerzinsen sind Kapitalbindungskosten.
Damit üben
Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 13 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:
- Lagerkennzahlen: Umschlagshäufigkeit und Lagerreichweite
- ABC-Analyse zur Materialsteuerung anwenden
- Mindestbestand und Meldebestand korrekt berechnen
- Lagerkostensatz berechnen
- FIFO vs. Durchschnittsmethode — Wertansatz vergleichen
- Lagerarten und Lagerfunktionen zuordnen
- Kommissionierprinzipien vergleichen
- Durchschnittlichen Lagerbestand und Lagerzinsen berechnen
Verwandte Formeln
- Lagerumschlagshäufigkeit
Wareneinsatz ÷ Ø Lagerbestand - Lagerzinssatz / Lagerzinsen
Lagerzinssatz = Jahreszinssatz × Ø Lagerdauer ÷ 360; Lagerzinsen = Ø Lagerwert × Lagerzinssatz ÷ 100 - Optimale Bestellmenge (Andler)
√( 2 × Jahresbedarf × Bestellkosten ÷ (Einstandspreis × Lagerkostensatz) ) - Meldebestand (Bestellpunkt)
Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit + Mindestbestand - Mindestbestand (Sicherheitsbestand)
Tagesverbrauch × Sicherheitszeit in Tagen - Höchstbestand
Mindestbestand + Bestellmenge - Wareneinsatz (Materialeinsatz)
Anfangsbestand + Zugänge − Endbestand (zu Einstandspreisen) - Durchschnittlicher Lagerbestand
(Anfangsbestand + Endbestand) ÷ 2
Häufige Fragen
Wie lautet die Formel für Durchschnittliche Lagerdauer?
Durchschnittliche Lagerdauer: 360 ÷ Lagerumschlagshäufigkeit — Tage, die Ware im Schnitt liegt.
Wie sieht ein Rechenbeispiel für Durchschnittliche Lagerdauer aus?
Gegeben: Lagerumschlagshäufigkeit 6. Rechenweg: 360 Tage ÷ 6 = 60 Tage. Ergebnis: Ø Lagerdauer = 60 Tage.
Welche Fehler passieren bei Durchschnittliche Lagerdauer häufig?
Mit 365 statt 360 Tagen rechnen — in der kaufmännischen Rechnung hat das Jahr 360 Tage, wenn die Aufgabe nichts anderes sagt. Die Formel umdrehen (Umschlagshäufigkeit ÷ 360). Lagerdauer und Umschlagshäufigkeit als zwei unabhängige Befunde werten — sinkt die Lagerdauer, steigt die Umschlagshäufigkeit; beide sagen dasselbe.
In welchem Lernfeld kommt Durchschnittliche Lagerdauer vor?
Die Formel gehört zu Lernfeld 7 „Logistik- und Lagerprozesse koordinieren, umsetzen und überwachen“ (2. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 1).
Welche Formeln gehören noch zu Lager & Logistik?
Zum Bereich Lager & Logistik zählen außerdem: Optimale Bestellmenge (Andler), Meldebestand (Bestellpunkt), Mindestbestand (Sicherheitsbestand), Höchstbestand, Wareneinsatz (Materialeinsatz), Durchschnittlicher Lagerbestand, Lagerumschlagshäufigkeit, Lagerzinssatz / Lagerzinsen, ABC-Analyse, XYZ-Analyse.
Rechnen statt nachschlagen
Eine Formel zu kennen ist das eine, sie unter Zeitdruck richtig anzuwenden das andere. Im Industriekaufmann Trainer übst du genau das — mit Aufgaben im Prüfungsformat, Musterlösungen und Simulationen mit IHK-Punktelogik. Der Einstieg ist kostenlos.
Kostenlos üben →