Formel · Lager & Logistik
Optimale Bestellmenge (Andler)
Die optimale Bestellmenge nach Andler ist die Bestellmenge, bei der die Summe aus Bestellkosten und Lagerhaltungskosten im Jahr am niedrigsten ist.
√( 2 × Jahresbedarf × Bestellkosten ÷ (Einstandspreis × Lagerkostensatz) )
Lagerkostensatz als Dezimalzahl (z. B. 0,10). Minimum aus Bestell- und Lagerkosten.
Optimale Bestellmenge berechnen: Beispiel und Rechner
Beispiel — gegeben: Jahresbedarf 4.000 Stück, Bestellfixe Kosten je Bestellung 40,00 €, Einstandspreis je Stück 5,00 €, Lagerhaltungskostensatz 10 %.
Rechenweg
- Zähler: 2 × 4.000 × 40,00 € = 320.000
- Nenner: 5,00 € × 0,1 (= 10 % als Dezimalzahl) = 0,5
- 320.000 ÷ 0,5 = 640.000
- Wurzel: √640.000 = 800 Stück
- Bestellungen pro Jahr: 4.000 ÷ 800 ≈ 5
Ergebnis Optimale Bestellmenge ≈ 800 Stück
Typische Fehler bei Optimale Bestellmenge
- Den Lagerhaltungskostensatz als Prozentzahl (10) statt als Dezimalzahl (0,10) einsetzen.
- Am Ende die Wurzel vergessen.
- Das Ergebnis ungeprüft übernehmen: Das Modell unterstellt gleichmäßigen Bedarf und feste Preise — Verpackungseinheiten, Mindestmengen und Rabattstaffeln können eine andere Menge sinnvoll machen.
Wo Optimale Bestellmenge in der Prüfung vorkommt
Die Formel gehört zu Lernfeld 7: Logistik- und Lagerprozesse koordinieren, umsetzen und überwachen. Lager- und Logistikprozesse organisieren, Bestände steuern und mit Kennzahlen überwachen.
In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 7 (Teil 1). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Abschlussprüfung Teil 1.
Die Begriffe dazu
- Optimale Bestellmenge — Andler-Formel
- Q* = √((2 × Jahresbedarf × bestellfixe Kosten) / (Einstandspreis × Lagerhaltungskostensatz)). Den Lagerhaltungskostensatz als Dezimalzahl einsetzen (z. B. 0,10). Balanciert Bestell- gegen Lagerhaltungskosten — bei Q* sind beide gleich groß, ihre Summe ist minimal. Voraussetzung: konstanter Verbrauch.
- Höchstbestand — Definition
- Obergrenze der Lagerhaltung, um Kapital nicht zu binden, Verderb zu vermeiden und Lagerkosten zu begrenzen. Höchstbestand = Mindestbestand + Bestellmenge.
- Lager-Reflexe — die Formeln
- Meldebestand = Min + (Tagesverbrauch × Lieferzeit). Höchstbestand = Min + Bestellmenge. Umschlagshäufigkeit = Wareneinsatz / Ø Lagerbestand. Ø Lagerbestand = (AB + EB) / 2.
- Meldebestand — Formel
- Meldebestand = Mindestbestand + (Tagesverbrauch × Lieferzeit). Bei Erreichen muss bestellt werden, damit der Sicherheitsbestand nicht angegriffen wird.
- Lagerumschlagshäufigkeit — Formel und Bedeutung
- Umschlagshäufigkeit = Wareneinsatz / Ø Lagerbestand. Eine hohe Zahl ist gut (Lager dreht schnell, weniger Kapital gebunden). Lagerdauer in Tagen = 360 / Umschlagshäufigkeit.
Damit üben
Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 13 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:
- Lagerkennzahlen: Umschlagshäufigkeit und Lagerreichweite
- ABC-Analyse zur Materialsteuerung anwenden
- Mindestbestand und Meldebestand korrekt berechnen
- Lagerkostensatz berechnen
- FIFO vs. Durchschnittsmethode — Wertansatz vergleichen
- Lagerarten und Lagerfunktionen zuordnen
- Kommissionierprinzipien vergleichen
- Durchschnittlichen Lagerbestand und Lagerzinsen berechnen
Verwandte Formeln
- Höchstbestand
Mindestbestand + Bestellmenge - Meldebestand (Bestellpunkt)
Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit + Mindestbestand - Lagerzinssatz / Lagerzinsen
Lagerzinssatz = Jahreszinssatz × Ø Lagerdauer ÷ 360; Lagerzinsen = Ø Lagerwert × Lagerzinssatz ÷ 100 - Mindestbestand (Sicherheitsbestand)
Tagesverbrauch × Sicherheitszeit in Tagen - Wareneinsatz (Materialeinsatz)
Anfangsbestand + Zugänge − Endbestand (zu Einstandspreisen) - Durchschnittlicher Lagerbestand
(Anfangsbestand + Endbestand) ÷ 2 - Lagerumschlagshäufigkeit
Wareneinsatz ÷ Ø Lagerbestand - Durchschnittliche Lagerdauer
360 ÷ Lagerumschlagshäufigkeit
Häufige Fragen
Wie lautet die Formel für Optimale Bestellmenge?
Optimale Bestellmenge (Andler): √( 2 × Jahresbedarf × Bestellkosten ÷ (Einstandspreis × Lagerkostensatz) ) — Lagerkostensatz als Dezimalzahl (z. B. 0,10). Minimum aus Bestell- und Lagerkosten.
Wie sieht ein Rechenbeispiel für Optimale Bestellmenge aus?
Gegeben: Jahresbedarf 4.000 Stück, Bestellfixe Kosten je Bestellung 40,00 €, Einstandspreis je Stück 5,00 €, Lagerhaltungskostensatz 10 %. Rechenweg: Zähler: 2 × 4.000 × 40,00 € = 320.000; Nenner: 5,00 € × 0,1 (= 10 % als Dezimalzahl) = 0,5; 320.000 ÷ 0,5 = 640.000; Wurzel: √640.000 = 800 Stück; Bestellungen pro Jahr: 4.000 ÷ 800 ≈ 5. Ergebnis: Optimale Bestellmenge ≈ 800 Stück.
Welche Fehler passieren bei Optimale Bestellmenge häufig?
Den Lagerhaltungskostensatz als Prozentzahl (10) statt als Dezimalzahl (0,10) einsetzen. Am Ende die Wurzel vergessen. Das Ergebnis ungeprüft übernehmen: Das Modell unterstellt gleichmäßigen Bedarf und feste Preise — Verpackungseinheiten, Mindestmengen und Rabattstaffeln können eine andere Menge sinnvoll machen.
In welchem Lernfeld kommt Optimale Bestellmenge vor?
Die Formel gehört zu Lernfeld 7 „Logistik- und Lagerprozesse koordinieren, umsetzen und überwachen“ (2. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 1).
Welche Formeln gehören noch zu Lager & Logistik?
Zum Bereich Lager & Logistik zählen außerdem: Meldebestand (Bestellpunkt), Mindestbestand (Sicherheitsbestand), Höchstbestand, Wareneinsatz (Materialeinsatz), Durchschnittlicher Lagerbestand, Lagerumschlagshäufigkeit, Durchschnittliche Lagerdauer, Lagerzinssatz / Lagerzinsen, ABC-Analyse, XYZ-Analyse.
Rechnen statt nachschlagen
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