Formel · Rechnungswesen & Bilanzkennzahlen

Liquidität 2. Grades

Die Liquidität 2. Grades (einzugsbedingte Liquidität, Quick Ratio) zeigt, zu wie viel Prozent die kurzfristigen Verbindlichkeiten durch Zahlungsmittel und kurzfristige Forderungen gedeckt sind.

Formel

(Zahlungsmittel + kurzfr. Forderungen) ÷ kurzfr. Verbindlichkeiten × 100

Ziel ≈ 100 %. Vorräte bleiben außen vor ('quick ratio').

  • Lernfeld 5 · 1. Jahr
  • Lernfeld 10 · 3. Jahr
  • Prüfung: Teil 1

Liquidität 2. Grades berechnen: Beispiel und Rechner

Beispiel — gegeben: Zahlungsmittel 80.000,00 €, Kurzfristige Forderungen 260.000,00 €, Kurzfristige Verbindlichkeiten 300.000,00 €.

Rechenweg

  1. Zahlungsmittel + kurzfristige Forderungen: 80.000,00 € + 260.000,00 € = 340.000,00 €
  2. 340.000,00 € ÷ 300.000,00 € × 100 = 113,33 %

Ergebnis Liquidität 2. Grades = 113,33 %

Mindestens 100 %: Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind durch Geld und kurzfristige Forderungen gedeckt.

Typische Fehler bei Liquidität 2. Grades

  • Vorräte mitrechnen — die gehören erst zur Liquidität 3. Grades.
  • Langfristige Verbindlichkeiten in den Nenner nehmen.
  • Die Kennzahl als dauerhaft gültig ansehen — sie ist eine Stichtagsbetrachtung aus der Bilanz.

Richtwert: Wann ist der Wert gut?

Als Richtwert gilt etwa 100 %: Dann könnten alle kurzfristigen Verbindlichkeiten aus vorhandenem Geld und bald eingehenden Forderungen bezahlt werden. Deutlich darunter droht ein Engpass, wenn mehrere Rechnungen gleichzeitig fällig werden; deutlich darüber liegt womöglich Geld ungenutzt herum. Auch das ist eine Lehrbuch-Faustregel, keine feste Grenze.

Wo Liquidität 2. Grades in der Prüfung vorkommt

Die Formel gehört zu Lernfeld 5: Wertströme buchhalterisch dokumentieren und auswerten und Lernfeld 10: Jahresabschluss vorbereiten, auswerten und für Finanzierungsentscheidungen nutzen. Geschäftsfälle buchhalterisch erfassen, Belege bearbeiten und die laufende Buchführung führen.

In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 5 (Teil 1) und Lernfeld 10 (Teil 2). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Abschlussprüfung Teil 1 · AP2 · Kaufm. Steuerung & Kontrolle.

Die Begriffe dazu

Bilanz — Aktiva vs. Passiva
Aktivseite (links): Was hat das Unternehmen? Anlage- und Umlaufvermögen, geordnet nach Liquidität. Passivseite (rechts): Wie ist es finanziert? Eigen- und Fremdkapital, geordnet nach Fristigkeit. Bilanzsumme links = rechts.
Liquiditätsgrade — die drei Stufen
Liq 1 (sofort): flüssige Mittel / kurzfristige Verbindlichkeiten — sollte > 10-30 %. Liq 2: (flüssige Mittel + Forderungen) / kurzfr. Verbl. — Richtwert > 100 %. Liq 3: Umlaufvermögen / kurzfr. Verbl. — > 200 %. Je höher, desto sicherer die Zahlungsfähigkeit.
Kontokorrentkredit — Eigenschaften
Kurzfristige Kreditlinie auf dem Geschäftskonto, flexibel nutzbar bis zur vereinbarten Höchstgrenze. Hohe Zinsen (8-12 % p.a.), aber sofort verfügbar. Geeignet für Spitzen und Liquiditätsschwankungen, nicht für langfristige Investitionen.
Working Capital — Definition
Working Capital = Umlaufvermögen − kurzfristige Verbindlichkeiten. Misst die kurzfristige Finanzkraft. Positives WC = Liquiditätspuffer. Working-Capital-Management ist Kernaufgabe des Controllings.
Liquiditätsgrade (L1, L2, L3)
L1 (Barliquidität): Zahlungsmittel / kurzfr. Verbindlichkeiten × 100, Richtwert ≥ 20 %. L2 (Einzugsliquidität): (ZM + Forderungen) / kfr. Verb., Richtwert ≥ 100 %. L3 (Umsatzliquidität): Umlaufvermögen / kfr. Verb., Richtwert ≥ 200 %.

Damit üben

Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 33 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:

  • Vorratsbewertung nach dem FIFO-VerfahrenRechnung · Mittel
  • Skonto: Bareinkaufspreis und EffektivzinssatzRechnung · Mittel
  • Pflichtangaben einer Rechnung nach UStGMultiple Choice · Leicht
  • Kontierung Eingangsrechnung mit VorsteuerMultiple Choice · Mittel
  • Aufbewahrungsfristen für Rechnungen bestimmenMultiple Choice · Leicht
  • Bilanzveränderung beim Zielkauf richtig zuordnenMultiple Choice · Mittel
  • Inventurverfahren — Stichtag, permanent, StichprobenMultiple Choice · Mittel
  • Buchungssatz: Wareneingang mit SkontoOffen · Mittel

Verwandte Formeln

Häufige Fragen

Wie lautet die Formel für Liquidität 2. Grades?

Liquidität 2. Grades: (Zahlungsmittel + kurzfr. Forderungen) ÷ kurzfr. Verbindlichkeiten × 100 — Ziel ≈ 100 %. Vorräte bleiben außen vor ('quick ratio').

Wie sieht ein Rechenbeispiel für Liquidität 2. Grades aus?

Gegeben: Zahlungsmittel 80.000,00 €, Kurzfristige Forderungen 260.000,00 €, Kurzfristige Verbindlichkeiten 300.000,00 €. Rechenweg: Zahlungsmittel + kurzfristige Forderungen: 80.000,00 € + 260.000,00 € = 340.000,00 €; 340.000,00 € ÷ 300.000,00 € × 100 = 113,33 %. Ergebnis: Liquidität 2. Grades = 113,33 %.

Welcher Richtwert gilt für die Liquidität 2. Grades?

Als Richtwert gilt etwa 100 %: Dann könnten alle kurzfristigen Verbindlichkeiten aus vorhandenem Geld und bald eingehenden Forderungen bezahlt werden. Deutlich darunter droht ein Engpass, wenn mehrere Rechnungen gleichzeitig fällig werden; deutlich darüber liegt womöglich Geld ungenutzt herum. Auch das ist eine Lehrbuch-Faustregel, keine feste Grenze.

Welche Fehler passieren bei Liquidität 2. Grades häufig?

Vorräte mitrechnen — die gehören erst zur Liquidität 3. Grades. Langfristige Verbindlichkeiten in den Nenner nehmen. Die Kennzahl als dauerhaft gültig ansehen — sie ist eine Stichtagsbetrachtung aus der Bilanz.

In welchem Lernfeld kommt Liquidität 2. Grades vor?

Die Formel gehört zu Lernfeld 5 „Wertströme buchhalterisch dokumentieren und auswerten“ (1. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 1) und Lernfeld 10 „Jahresabschluss vorbereiten, auswerten und für Finanzierungsentscheidungen nutzen“ (3. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2).

Welche Formeln gehören noch zu Rechnungswesen & Bilanzkennzahlen?

Zum Bereich Rechnungswesen & Bilanzkennzahlen zählen außerdem: Lineare Abschreibung (AfA), Anschaffungskosten (§ 255 HGB), Eigenkapitalquote, Eigenkapitalrentabilität, Gesamtkapitalrentabilität, Cashflow (indirekt, vereinfacht), Verschuldungsgrad, Anlagendeckungsgrad II (goldene Bilanzregel), Umsatzrentabilität, Return on Investment (ROI).

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